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Gesunderhaltung

In der Heimtierhaltung hat sich der graue Steppenlemming etabliert, deshalb gehen wir auf dieser HP ausschließlich auf diese Art ein!

Ein kranker Lemming zeigt seine Krankheit nicht wirklich deutlich an. Er kommt weiterhin zum Futternapf, er versucht weiterhin am gesellschaftlichen Leben im Rudel teilzunehmen. Dies sind normale Verhaltensweisen, das Tier muss fressen um am Leben zu bleiben und das Rudel bietet im Schutz. Deshalb bleiben Krankheiten vor dem Halter meist lange verborgen. Häufig fällt dem Halter eine Krankheit erst dann auf, wenn sie schon so weit fortgeschritten ist, dass sein Haustier überdeutliche Anzeichen wie eine sichtbare Gewichtsabnahme, Schwächezustände bis hin zur Apathie zeigt, meist ist es dann aber für eine erfolgreiche Behandlung der Krankheit schon zu spät! Aus diesem Grund ist es sehr wichtig, dass jeder Halter seine Tiere sehr genau beobachtet um krankhafte Veränderungen rechtzeitig zu erkennen! Leider ist es auch so, dass der Halter seine Lemminge mitunter nur selten zu Gesicht bekommt, da sie sich tagsüber am liebsten in ihren Unterirdischen Bauten aufhalten, trotzdem sollten Sie versuchen, täglich die Tiere wenigstens einmal zu sehen.

Check

Täglich wird auf folgendes geachtet:
  • Suchen die Lemminge ihr Futter, kommen alle zur Fütterung und zum Frischfutternapf?
  • Halten sie ihre üblichen Wachphasen ein und sind sie an ihrer Umgebung interessiert?
  • Bewegen sie sich normal?

Wenn ein Lemming sich anders als normal verhält oder Ihnen Krankheitszeichen auffallen, dann gehen Sie rechtzeitig zum Tierarzt!

Um schlimmere Krankheiten rechtzeitig zu erkennen, sollten Sie die Lemminge regelmäßig genauer untersuchen. Idealerweise in Verbindung mit der Käfigreinigung, damit Sie die Lemminge dafür nicht extra einfangen müssen.

Führen Sie folgende Untersuchungen durch:

  • Gewichtskontrolle. Wiegen Sie jeden Lemming und schreiben Sie sich das Gewicht auf (zappelige Lemminge setzt man dazu einzeln in eine Transportbox, wiegt sie damit und zieht dann das Gewicht der Box ab).
  • Schauen Sie in die Ohren und in die Augen. Kontrollieren Sie auch die Schneidezähne. Diese müssen so zueinander stehen, dass sie sich gut abnutzen können. Damit die Lemming Ihnen ihre Schneidezähne zeigt, können Sie ihr ein Leckerchen über den Kopf halten nach dem sie sich mit offenem Mäulchen recken wird. Die Vorderseite der oberen Schneidezähne sollte gelblich sein.
  • Tasten Sie das Tier ab. Achten Sie auf Tumore, Verdickungen und Aufgasungen.
  • Untersuchen Sie das Fell des Tieres (gegen den Strich streicheln, schauen Sie nach kahlen Stellen, Läsionen und anderen Auffälligkeiten.
  • Schauen Sie auf den After, achten Sie auf verklebte Stellen.

Krankheitszeichen und Ihre Bedeutung

Hier finden Sie eine kurze Auflistung von häufiger vorkommenden Krankheitsanzeichen. Da es selbstverständlich ist, dass Sie mit einem kranken Tier einen Tierarzt aufsuchen, haben wir nicht jedesmal darauf hingewiesen!

GewichtsverlustEin deutlicher Gewichtsverlust weist oft auf eine Krankheit hin. Gewichtsschwankungen um 5 g die Woche sind normal. Sollte ein Tier mehr abnehmen abnehmen, weist das auf Krankheiten oder großen Stress hin. Zu dünn sind die Tiere wenn man die Knochen deutlich hervorstechen sieht. Nehmen alle Tiere aus einer Gruppe ab, könnte es sich um eine Mangelerscheinung handeln, überprüfen Sie Ihre Fütterung und geben Sie ggf. mehr Futter. Hat nur ein einzelnes Tier Gewicht verlohren, kann es sein, dass es aus dem Rudel ausgeschlossen oder gemoppt wurde.
Kahle oder schorfige Stellen im Fell
Vermehrtes Kratzen
Kahle und schorfige Stellen weisen auf Pilzbefall oder Parasitenbefall hin. Ist das Fell gesträubt und ungeputzt weist das auch auf Krankheit oder hohes Alter hin. Struppiges und glanzloses Fell weiß auf einen Fettmangel hin. Stark fettiges und struppiges Fell weißt auf eine zu starke Körperliche Beanspruchung hin. Eine kahle Stelle kann auch einfach ein Zeichen dafür sein, dass die Lemming sich eine ungünstige Stelle zum scharren ausgesucht hat, über der evtl. ein Ast oder etwas anderes Hartes hängt, an dem sie sich das Fell aufreißt oder abschabt, kontrollieren Sie die bevorzugten Budelecken der Tiere und stellen Sie ggf. das Käfiginventar um.
Veränderte AugenVerklebte / verschlossene / trübe / graue verdickte oder anderweitig veränderte Augen sind ein Krankheitszeichen. Es könnte eine Bindehautentzündung, Verletzung der Augen oder ein Turmor hinter dem Auge vorliegen. Säubern Sie die Augen niemals mit Kamille, diese trocknet die Augen aus und die Schwebstoffe von Kamillenaufgüssen reizt die Augen. Verwenden Sie zum Säubern des Auges eine schwache Kochsalzlösung aus der Apotheke, warmes Wasser oder entsprechende Augentropfen.Benutzen Sie zum Reinigen der Augen nur Kosmetiktücher - keine Watte!
Vorderzähne, zu lang oder abgebrochenDie Zähne müssen so zueinander stehen, dass sie sich gut abnutzen können. Die Vorderseite der Schneidezähne sollte gelb bis orange sein. Sind die Zähne zu lang, geben Sie mehr Zweige zum benagen oder harte Hundekuchen. Ist ein Zahn abgebrochen? Behalten Sie das gut im Auge, frisst die Lemming normal und nutzen sich die Zähne trotzdem gut ab, dann reguliert sich das von selbst, sonst sofort zum Tierarzt.
Nase, verklebt oder feucht, das Tier niest.
Starke Flankenatmung Aktivitätsverlust
Das sind deutliche Hinweise auf eine Atemwegserkrankung. Es ist unverzüglich ein Tierarzt aufzusuchen.
Ohren Schuppig, verklebt.
Kopfschiefhaltung
Verklebte Ohren weisen auf eine Infektion im Innenohr hin, eine stärkere Infektion führt dazu, dass die Tiere Ihren Kopf schief halten. Schuppige oder schorfige Ohren weisen auf einen Parasitenbefall bzw. einen Pilzbefall hin.
After, schmutzig und verklebt.
Köttel weich und matschig
Wenn der After verschmutzt und verklebt ist, dann weist das auf Darmprobleme hin. Auch ein starker, strenger Kotgeruch aus dem Gehege weist auf Darmprobleme hin. Meist wurde in so einem Fall ungewohntes Grünfutter in großen Mengen gegeben oder die Tiere haben einen bakteriellen Infekt im Darm
Urin, Blut im Urin, Schmerzen beim WasserlassenBlut im Urin, Schmerzen beim Wasserlassen und ein krummer Rücken beim Urinieren, ständig feuchter Afterbereich, stark riechender Urin - das sind Zeichen für eine Blasen- oder Nierenerkrankung, diese sind nur vom Tierarzt zu behandeln. Achtung, manche Nahrungsmittel können den Urin auch rot färben
Bauch hart, rund, angespannt. Starke Flankenatmung, InaktivitätEin angespannter Bauch, Fressunlust, aufgeplustertes angespanntes Sitzen, Inaktivität. Diese Anzeichen weisen auf starke Fehlgärung im Darm hin. Meist wird diese durch falsches, nasses, unverträgliches Frischfutter hervorgerufen. Geben Sie dem Tier einige Tropfen Sab Simplex und suchen Sie unverzüglich einen Tierarzt auf.
Tumore Verdickungen unter der Haut, tastbare, feste Veränderungen am KörperBei fühlbaren Verdickungen / Tumoren ist unverzüglich ein Tierarzt aufzusuchen. Es könnte sich um Lipome, Atherome, Zysten, Liposarkome, Adenome, Krebs oder andere Wucherungen handeln. Diese können häufig, rechtzeitig erkannt, operativ entfernt werden. Mehr Informationen finden Sie hier: Wucherungen und Tumore beim Kleintier
Aktivitätsverlust mit Seitenlage und starker Flankenatmung, FutterverweigerungDas Tier steht nicht mehr auf und geht keinerlei Aktivität nach? Es ist unverzüglich ein Tierarzt aufzusuchen! Die Lemming hat eine schwere Erkrankung / Infektion.

Im Sommer kann so ein Verhalten auch auf einen Hitzeschlag hinweisen, wenn das Gehege nicht ausreichend belüftet ist oder in der Sonne steht und sich aufheizt. Mehr Infos finden Sie hier: "Sommerhitze, was hilft meinem Tier?"

Allergien
Kratzen, Niesen, Durchfall
Symptome wie häufiges Kratzen, Durchfall, Niesen, tränende Augen/Nase, könnten auf eine Allergie hinweisen - wenn die üblichen Untersuchungen nichts ergeben, Behandlungen nicht anschlagen und andere Krankheiten durch Tests beim Tierarzt ausgeschlossen wurden. Mehr Informationen dazu bekommen Sie hier: Allergieauslöser bei Kleintieren


Der Richtige Tierarzt

Nicht alle Tierärzte kennen sich richtig gut mit Kleinnagern aus und behandeln Ihre Lemminge richtig. Bevor Ihre Lemminge ernsthaft erkrankt, sollten Sie sich einen kompetenten Tierarzt suchen. Fragen Sie den Tierarzt ruhig, ob er sich mit Lemmingen auskennt und stellen Sie Fangfragen (z.B soll ich meine Lemming vor der OP ausnüchtern - die Antwort wäre "nein, Lemminge können nicht erbrechen und eine Ausnüchterung würde ihren Organismuss durcheinander bringen". Beobachten Sie genau, was er tut. Untersucht er den Lemming eingehend, bevor er eine Diagnose erstellt? Erklärt er Ihnen genau was er tut, welche Krankheit das Tier hat und wie die Heilungschancen sind? Lassen Sie sich sagen, wie die Medikamente heißen und welche Wirkstoffe sie haben und wie Sie die Medikamente anwenden müssen! Wenn Ihr Tierarzt sich Zeit nimmt, Ihre Fragen ernsthaft beantwortet und Sie das Gefühl haben, er hört Ihnen zu und gibt Ihnen Auskunft, dann sind Sie dort richtig.

Ein Tierarzt, der nach wenigen Sekunden eine Diagnose stellt und Ihnen irgendein Medikament ohne Namen gibt, selbst abgefüllt und ohne weitere Erklärung zu Anwendung oder der Ihnen keine Diagnose gibt und Sie sozusagen im Regen stehen läßt, oder den Lemming gar ohne Diagnose einschläfern will, ist der falsche Arzt und Sie sollten sich einen neuen Tierarzt suchen.

Regeln für den Tierarztbesuch

Nehmen Sie nach Möglichkeit kein Tier allein mit, Lemminge fühlen sich sicherer, wenn ein anderes Mitglied des Rudels dabei ist und seelischen Beistand leistet. Transportieren Sie die Tiere nur in dafür geeigneten Transportboxen, die Box sollte groß genug sein, dass die Tiere bequem drin liegen und sich auch bewegen können. Die Box sollte eine große Öffnung haben, gut belüftet sein und sie sollte dunkel sein. Durchsichtige Plastikbehälter eigenen sich nicht, die Tiere sind darin zu gestresst. Geben Sie ein Stück Stoff (Gästehandtuch) unten in die Box evtl noch etwas zum reinkuscheln die Tiere sollten sich drin verstecken können. Grünfutter, Gemüse und etwas Trockenfutter in der Box erleichtern den Tierarztbesuch. Nehmen sie auch eine Tüte mit dem Lieblingsfutter der Tiere mit um sie während der Wartezeit zu beruhigen und sie nach der Untersuchung zu belohnen. Im Sommer achten Sie bitte auf eine gute Belüftung der Box, im Winter legen Sie eine Wärmeflasche auf eine Seite der Box unter ein Handtuch, damit die Tiere nicht auskühlen. Der Transportweg sollte möglichst kurz sein. Bei längeren Fahrten ist auf eine gute Klimatisierung der Box zu achten und eine Wasserflasche sollte dann ebenfalls angebracht werden.

Meist sind Halter verständlicherweise sehr nervös, wenn sie mit ihrem kranken Tier zu einem Tierarzt müssen. So kommt es nicht selten vor, dass wichtige Dinge vergessen werden. Beobachtungen die einen beunruhigt haben kommen nicht zur Sprache, weil man sich zu sehr auf eine andere Krankheit konzentrierte. Also ist es sinnvoll, sich zum Tierarztbesuch einen Zettel mit den Wichtigsten Fragen und Infos mit zu nehmen. Folgende Informationen sollten Sie vorab notieren:

  • Alter des Tieres.
  • Gewicht des Tieres.
  • Andere Erkrankungen die evtl. vorangegangen sind.
  • Beobachtungen die zum Tierarztbesuch führten (hat sich das Tier anders benommen, fielen Krankheitszeichen auf etc.).
  • Medikamente die das Tier bekommt oder bekommen hat.
  • Eigene Medikations- und Heilungsversuche.
Nachdem der Lemming untersucht wurde und es eine Diagnose gibt, sollte man den Tierarzt bitten, folgendes für Sie aufzuschreiben, oder schreiben Sie selber mit:
  • Diagnose: was genau hat der Lemming, falls Sie den Tierarzt nicht verstanden haben, scheuen Sie sich nicht, noch einmal nach zu fragen und sich alles genau erklären zu lassen!
  • Behandlung und Medikation: lassen Sie sich den Namen und die Wirkungsweise des Medikamentes welches verordnet wurde erklären. Wie oft müssen Sie es selbst verabreichen und in welcher Menge?
  • Lassen Sie sich genau sagen, was gespritzt wurde und wie es wirken soll.
  • Fragen Sie nach weiteren Pflegemaßnahmen die Sie ergreifen müssen (Päppeln, Verbände etc.)
  • Fragen Sie nach, ob weitere Tierarztbesuche nötig sind und wann Sie das nächste Mal in die Praxis kommen müssen.
  • Fragen Sie nach, wann Sie mit einer Besserung der Krankheit rechnen können und wie die Krankheit weiter verlaufen wird.
  • Fragen Sie nach, wann die Ergebnisse evtl. abgenommene Proben und Kulturen vorliegen werden.
Nur wenn Sie selber ganz genau wissen, was Ihr Tier hat, wie es behandelt werden muss und was Sie selber noch tun können, sollten Sie die Praxis verlassen.

Medikamentengabe

Wenn Sie ein Medikament für Ihr Tier mitbekommen haben, stellt sich natürlich schnell die Frage, wie gebe ich es meinem Tier? In den seltensten Fällen schmeckt den Lemingen eine Tablette, Paste oder die Tropfen so gut, dass sie es selber nehmen. Aber es gibt Tricks die Sie anwenden können. Tabletten müssen verrieben werden. Antibiotika und andere Tropfen, Pulver, Pasten oder auch zerriebene Tabletten können sehr gut mit einem Klecks Früchtemus, Magerquark oder auch mit Saft verabreicht werden, testen Sie einfach vorab aus, was Ihre Lemming freiwillig vom Löffelchen schlabbert und mischen Sie die Tropfen darunter. Joghurt oder andere Milchprodukte dürfen Sie für Antibiotika nicht verwenden, bei anderen Arzneien können Sie auch Milchprodukte zum mischen nehmen. Nehmen die Tiere nichts freiwillig vom Löffel, müssen Sie das Medikament (bei Tabletten werden diese vorab in Wasser, Tee oder Saft aufgelöst) mit einer feinen Pipette direkt ins Mäulchen spritzen. Dazu müssen Sie die Lemming fixieren (mit Zeigefinger und Mittelfinger wird der Kopf fixiert, die restlichen Finger und der Daumen umschließen den Lemming) und vorsichtig mit Abstand Tropfenweise da Medikament in das Mäulchen tropfen.

Medikamente werden grundsätzlich nicht über das Wasser verabreicht! Leider wird von Tierärzten immer noch mitunter dazu geraten, ein Medikament ins Trinkwasser zu geben. Das reicht nicht aus! Lemminge trinken unterschiedlich viel, der eine trinkt vielleicht häufig und nimmt damit sogar zu viel Wirkstoff auf, ein anderes Tier trinkt gar nicht und nimmt den Wirkstoff also nicht ausreichend auf. Außerdem ist es meist nicht sinnvoll, alle Tiere aus einer Gruppe zu behandeln. Von daher bringen Medikamentengaben über das Trinkwasser nicht den erwünschten Erfolg, da eine genaue Dosierung, die gerade bei Antibiotika und ähnlichen Mitteln wichtig ist, nicht erfolgen kann.

Wenn Sie Salben/Tinkturen auftragen müssen, versuchen Sie die Lemming hinterher noch lange auf dem Schoß zu behalten um ein sofortiges Ablecken der Salben/Tinkturen zu verhindern, lenken Sie das Tier mit Leckerchen und Futter oder Spielen ab, bis die Salbe eingetrocknet ist.

Wichtig!
Bekommen Sie vom Tierarzt ein Medikament zur oralen Eingabe oder als Spot on für mehrere Tage in einer Tube, oder auf eine Spritze aufgezogen, dann verabreichen Sie auf keinen Fall das Medikament direkt aus dieser Spritze oder Tube!

Gerade Spritzen lassen sich oft schwer richtig dosieren, manchmal läßt sich der Stempel nur schwer drücken und aus Tuben kommt mitunter auch bei heftigem Druck kaum etwas heraus, dann wird der Spritzenstempel oder die Tube stärker gedrückt, plötzlich läßt sich der Stempel ganz runter drücken - und schon landet das gesamte Medikament im Tiermaul und es kommt zu einer massiven Überdosierung. Außerdem kommt es bei einer direkten Verwendung des Medikamentenbehälters leicht zu einer Verunreinigung des Medikaments.

Lassen Sie sich immer eine zweite Spritze mit Nadel geben. Ziehen Sie die benötigte Menge des Medikamentes mit der Spritze aus der Tube/Medikamentenspritze. Setzen Sie die Kappe wieder auf die Nadel und ziehen Sie diese von der Spritze ab. Verabreichen Sie dann mit der Zweitspritze das Medikament.

Operation

Manchmal ist es leider notwendig, sein Tier operieren zu lassen, beispielsweise wenn ein Lemming kastriert werden soll. Die Vor- und Nachsorge ist dabei sehr wichtig.

Gewöhnen Sie das Tier schon ein paar Tage vor der OP daran, dass er weniger Platz hat und nehmen Sie dann schon die Einstreu aus dem Gehege und gewöhnen Sie das Tier an die Haltung auf Tüchern (Taschentücher, Toilettenpapier, darunter Geschirrtücher die gut gewaschen werden können). Bieten Sie nur noch unbedrucktes Papier, wasserlösliche Taschentücher oder Toilettenpapier zum Nestbauen an. Nur so bleibt die Wunde sauber. Wenn der Lemming rechtzeitig daran gewöhnt wird, wird der Schock nach der OP nicht ganz so groß sein und die Lemminge reagieren ruhiger und gelassener auf die veränderte Haltung.

Lemminge können nicht erbrechen und sollten auf keinen Fall vor der OP ausgenüchtert werden, das würde zu einer fatalen Verdauungsstörung führen. Frischfutter könnte allerdings zu Fehlgärung im Darm führen, wenn es kurz vor der Narkose gegeben wird, deshalb sollte es ca. 12 Stunden vor der OP nur noch trockenes Futter geben, nach der OP darf der Lemming wieder alles fressen, was er mag. Der frischoperierte Lemming muss beim Tierarzt während der Aufwachphase (das Tier wird erst wieder vom Tierarzt abgeholt, wenn es ganz wach ist), auf dem Heimweg und auch Zuhause bis zum vollständigen Erreichen seiner normalen Aktivität gewärmt werden. Legen Sie dazu eine handwarme Wärmflasche mit in die Transportbox. Die Wärmflasche muss fest in ein Handtuch gewickelt werden, damit der Lemming die Wärmeflasche nicht annagt.

24 Stunden nach der OP sollte der Lemming noch auf Tüchern und ohne Einstreu gehalten werden, damit die Narbe sauber bleibt. Danach kann wieder eine staubfreie Einstreu angeboten werden und er wird wieder mit seinen Artgenossen vergesellschaftet (Ausnahme: wenn das Tier sehr schwach ist, muss es weiterhin allein gehalten werden, bis es wieder bei Kräften ist). Taschentücher, Toilettenpapier und Papier als Nistmaterial sollten durchgehend angeboten werden. Die OP Narbe sollte täglich kontrolliert werden und beim geringsten Anzeichen von Verdickungen an der Narbe, Eiter oder Blutausfluss, einem auffälligem Gewichtsverlust, Futterverweigerung oder sonstigen Krankheitsanzeichen ist es nötig, unverzüglich einen Tierarzt aufzusuchen.

Es kann nach der OP kurzzeitig zu einer Futtereverweigerung kommen, dann müssen Sie den Lemming vorrübergehend Zwangsernähren. Bieten Sie dem Lemming dann verschiedene Gemüsebreie, Getreidebrei, Quark und Haferschleim in einem Schälchen an. Nimmt das Tier keinerlei Nahrung freiwillig auf, dann versuchen Sie vorsichtig, ihm den Brei mit einer nadellosen Spritze seitlich in das Mäulchen zu träufeln.

Nach der Kastration ist ein Lemmingbock der vorher schon geschlechtsreif war noch etwa zwei Wochen in der Lage, erfolgreich zu decken. Deshalb sollte er erst dann wieder mit geschlechtsreifen Weibchen vergesellschaftet werden.

Narkoseformen:

In vielen Internetforen wird dem Halter eingeredet, nur eine Narkose mit Isofloran (also eine Inhalationsnarkose) wäre ungefährlich und sie sollten ihr Tier nur dort operieren lassen, wo diese Narkose vorgenommen wird. Diese Aussage ist veraltet und entspricht nicht dem neuesten Standard. Moderne Mehrstufennarkosen und Kombinationsnarkosen werden besser vertragen, als sogenannte "Gasnarkosen". Ausführliche Informationen dazu bekommen Sie hier: Vollständig antagonisierbare Narkose bei Nagetieren

Faktoren die Krankheiten auslösen

Manche Faktoren begünstigen Krankheiten:

  • Starker Stress - evtl. stehen die Lemminge an einem unruhigem Ort (an der Tür, in einem lauten Zimmer, neben dem Fernseher). Stess entsteht natürlich ebenfalls, wenn die Gruppenzusammensetzung nicht passt und die Lemminge sich häufig streiten oder einzelne Tiere gemoppt werden. Häufige Käfigreinigungen sorgen ebenfalls für Stress.
  • Unsauberkeit - in einem zu selten gereinigtem, feuchtem Käfig kommt es durch die Feuchtigkeit und Bakterienansammlung natürlich eher zu Krankheiten.
  • Sauberkeit - in einem zu häufig desinfizierten Käfig können die Tiere keine Abwehrkräfte bilden, das Immunsystem erlahmt.
  • Falsche Käfigeinrichtung/falscher Käfig - In Plastikhäusern und -röhren, sowie in manchen Terrarien, zu kleinen Aquarien und Käfigen mit Plastikabdeckung herrscht ein warmes feuchtes Klima in dem sich Bakterien stark vermehren. Dort herrscht auch ein sehr schlechter Luftaustausch, dass kann die Atemwege reizen.
  • Durchzug - evtl. steht das Gehege direkt am Fenster oder die Türen werden offen gelassen, somit entsteht krankmachender Durchzug.
  • Trockene Heizungsluft kann die Atemwege reizen.
  • Schlechte Ernährung - die Abwehrkräfte der Tiere sind durch Vitamin und Mineralienmangel geschwächt.
  • Krankheiten - bei bestehenden anderen Krankheiten stehen die Tiere unter Stress und das Immungsystem ist gestört.

Leider müssen alle Tiere irgendwann von uns gehen. Wenn Sie sich darauf vorbereiten möchten, finden Sie hier einen informativen Text zu den Themen Tod des Haustieres, Sterben, Einschläfern, Beerdigen und Trauer: Jedes Leben endet.