Misserfolge

Hier finden Sie unsere beiden ersten Misserfolge :(

Kosmos? Der falsch Weg

Bevor wir uns neue Tiere anschafften, wird erstmal überall im Internet nachgelesen, wie diese Tiere richtig zu halten und zu versorgen sind. Wie üblich, fanden sich viele Seiten, viele Infos und viele unterschiedliche Aussagen. Also hat sich die Infophase und die Vorbereitungsphase sehr lange hingezogen und meine Unsicherheit nahm stündlich zu.

Mein Mann hat die Sache dann beschleunigt. Bei Amazon gab es die Kosmos Salzkrebschen Farm im Angebot und am 03.06.2005 bekam ich diese Salzkrebschen Farm von ihm geschenkt. Damit trauten wir uns an die neuen Mitbewohner ran.

Der erste fatale Misserfolg

Das Kosmos Set enthält 2 Miniplastikwannen für 200 ml, ein wenig Futter, Eier, einen Messlöffel, einen Minimessbecher, eine kleine Lupe, 2 Plastikpipetten und eine Beschreibung wie man vorgehen soll und wie Versuche durchzuführen sind. Da ich die Plastikschalen nicht schön fand und noch einen kleinen Transporter da hatte, habe ich diesen gründlich ausgewaschen und lange ausgespült. Wir füllten dort dann 0,5 l destiliertes Wasser ein und stellten fest, dass die mitgelieferte Salzmenge gerade eben so für einen halben Liter ausreichte. Ok, das fand ich nicht so prickelnd aber gut. Wir lasen die Anleitung durch und machten alles so, wie dort beschrieben und füllten 2 Messlöffel Eier ein - viel zu viele wie wir jetzt wissen, aber diese Menge war noch weniger, als im Ratgeber stand. Mehrmals am Tag gingen wir nun zum Behälter und belüfteten ihn mit einem umgebautem Strohhalm.

Der Behälter kam auf die Fensterbank und nach 2 Tagen wuselten massenhaft kleine Nauplien durch das Wasser. Wir freuten uns dass sie so munter waren und machten dann den nächsten Fehler - wir gaben schon nach 2 Tagen Futter hinein und zwar wieder einen ganzen Messlöffel und das war noch weniger als in der Kosmos Anleitung stand. Schon am nächsten Tag wuselte es weit weniger und das Wasser wurde trüb. Als dann noch eine Motte ins Wasser flog, gab das wohl den Nauplien den Rest, die meisten starben.

Ein Wasserwechsel ist nur bei Nauplien nicht möglich, wir belüfteten das Becken weiter und hoffe, dass vielleicht doch ein paar durchkommen. Leider leben vielleicht noch 20 Nauplien und sie wachsen nicht besonders gut. Wie unschwer zu erkennen, das Becken ist schlicht tot. Also die Anleitung aus der Kosmos Salzkrebschen Farm ist wohl eher mit Vorsicht zu genießen, oder wir waren einfach zu dumm.

totes Becken

Der zweite Versuch

Nachdem wir mit dem Kosmos Set einen Misserfolg hatten, haben wir erstmal wieder angefangen im Internet zu lesen und zu lesen und haben hoffentlich dazu gelernt. Wir haben am 12.06.2005 nochmal ganz von Vorn angefangen. Diesmal wurde ein großes 6 l Becken verwendet, ausgestattet mit Tonscherben, einer Tonkugel und einer Stoffpflanze für Aquarien. Alle Einrichtungsgegenstände und das Becken wurden mit kochendem Wasser übergossen. Dann kauften wir im Zoofachhandel eine Dose Artemia Spezialsalz, vermischten das Salz mit 5 l destiliertem Wasser und ließen das Ganze im Becken stehen. Nach ein paar Stunden gaben wir dort einen Minimesslöffel Artemia Eier hinein. Zusätzlich haben wir noch eine Pumpe, mit dieser wird alle paar Stunden Luft ins Wasser gepumpt. Zwar wird oft gesagt, die Pumpen sollten immer laufen, aber das Becken wird, auch auf niedrigster Stufe, dermaßen durchgewirbelt, dass ich mir nicht vorstellen kann, dass es für die Krebse besonders vorteilhaft ist.

So sieht unser neues Becken aus:

Miniaqua

Warum es so eingerichtet wurde ist unter Artemia Aufzucht nachzulesen. Unter Links sind die HPs wir empfehlen und selber genauestens studiert haben aufgelistet.

Schon nach 24 Stunden wuselten die ersten Nauplien durch das Wasser. Nach 48 Stunden waren es tausende obwohl wir nur einen Minimesslöffel Eier verwendet haben.

Erste Woche

3 Tage nach dem Schlüpfen, am 15.06.2005, wurden unsere Nauplien das erste Mal gefüttert. Auch da waren die Angaben, was und in welcher Menge gefüttert werden soll sehr unterschiedlich. Wir haben uns für Liquizell von Dohse Aquaristik entschieden. Die Dosierungsanleitung sah vor, auf 5 l Wasser 20 Tropfen zu geben, da wir aber nur wenige Krebse angesetzt hatten, gaben wir nur 10 Tropfen dazu, bis das Wasser leicht grünlich war. Die Nauplien schienen danach recht munter zu werden. Bisher können wir keinen nennenswerten Schwund an Nauplien feststellen. Im Gegenteil, wenn sie alle am Abend zu einer Seite im Becken schwimmen um noch den Rest Tageslicht vom Fenster zu bekommen, dann wird es eine recht ansehnlich wimmelnde Wolke von kleinen Nauplien.

So sah es nach der ersten Fütterung im Becken aus:

Krebsgewusel im Becken

So sahen die Nauplien am 15.06.2005, 3 Tage nach dem Schlüpfen aus:

Krebsgewusel im Becken

2 Tage nach der ersten Fütterung wird das Wasser wieder etwas klarer, so sieht es am 17.06.2005 im Becken aus:

Krebsgewusel im Becken

So sehen unsere Nauplien am 17.06.2005 aus

Krebsgewusel im Becken

Am 18.06. Morgens sah es im Becken plötzlich sehr leer aus. Über Nacht schienen über die Hälfte der Nauplien gestorben zu sein. Nur noch ein kleiner Teil schwamm an der Fensterseite im Wasser. Am Abend vorher war wesentlich mehr im Becken los. Noch ist nicht klar, was da passiert ist, bis zum Abend waren ca. 2/3 der Krebse weg.

So sah das Becken am 18.06 aus:

leeres Becken

Zweite Woche

Am 19/20.06.2005 sieht das Becken auf den ersten Blick sehr viel leerer aus. ca. 80 % der Nauplien sind verstorben. Aus dem Becken riecht es etwas stärker, aber das Wasser ist klar. Es ist eher ein Geruch wie an warmen Tagen am Meer. Bei genauer Betrachtung leben aber immer noch mehr als Hundert Nauplien, also ist noch eine recht stattliche Anzahl Tiere vorhanden. Auf allen Internetseiten ist nachzulesen, dass in der ersten Woche ca. 80 - 90 % der Nauplien sterben, es scheint also alles ok zu sein.

Wenn nur so wenige so winzige Tiere vorhanden sind (sie haben jetzt ca. 1 - 2 mm) ist es leider sehr schwer, sie ohne Makoobjektiv zu fotografieren, aber ich habe es trotzdem versucht. Dabei mußte ich allerdings einen kleinen Trick anwenden um die Nauplien davon zu überzeugen, sich blicken zu lassen. Normalerweise schwimmen sie eher mitten im Becken einzeln umher, um sie auf einen Platz zu locken, habe ich die Schreibtischlampe auf das Becken gerichtet, bald schwamm ein Großteil der Nauplien im Licht der Lampe und so konne ich zumindest ein paar Fotografieren.

Beckengesamtansicht am 19.06.

Aqua

So sahen die Nauplien am 20.06.2005, 8 Tage nach dem Schlüpfen aus, über den Nauplien sind die Eier zu erkennen, aus denen sie geschlüpft sind. Die Eier sammeln sich am Beckenrand in der Ecke.

Krebsgewusel im Becken

Gegen Ende der Woche sind nur noch ca. 10 Tiere im Becken zu finden. Auch diese waren nach wenigen Tagen verschwunden. :(